Mit Palmsonntag beginnt die 'Heilige Woche'

keine Kerzen zwischen Karfreitag und Ostersonntag

kerze verloschen (c) www.pixabay.com
Do, 11. Apr 2019
Monika Herkens

Wir gehen den Weg Jesu mit: von dem Jubel der Menschen beim Einzug in Jerusalem,
über das gemeinsame Abendmahl mit den Jüngern und Jüngerinnen, über den Verrat, die Gefangennahme und seine Verurteilung, bis zu seinem Tod.

Zwischen Tod (Karfreitag) und Auferstehung (Ostern) liegt ein wichtiger Tag: der Tag der
Grabesruhe am Karsamstag. Der Jubel über die Auferstehung braucht Zeit. Trauernde Menschen wissen das: auch wenn ich mir eine Zukunft für Lebende und Verstorbene noch so sehr wünsche und mich nach der Erfahrung des Osterfestes sehne: Es braucht Zeit, es braucht Ruhe, es braucht das Aushalten von Dunkelheit und Stille, bis ich mich wieder dem Leben zuwenden kann.

In der Grabeskirche möchten wir diese notwendige Zeit des Innehaltens, die Zeit des bewussten Wahrnehmens von Trauer, mit vielen Zeichen sichtbar machen. Nach der Karfreitagsmeditation laden wir am Karsamstag ein zu einer Betstunde, in der wir
gemeinsam diese Zeit „dazwischen“ aushalten. In der wir noch nicht jubeln. In der wir noch keine Osterlieder singen. In der wir auch noch keine Osterlichter anzünden.

Deshalb werden nach der Meditation am Karfreitag alle Kerzen in unserer Kirche gelöscht. Deshalb schweigen dann alle Glocken. Deshalb hören wir dann keine Orgelmusik. Wir nehmen auf diese Weise bewusst die Trostlosigkeit und Traurigkeit wahr, die der Tod immer wieder in unser Leben bringt.

Wir bitten Sie, aus Respekt vor diesem Anliegen, auf das Anzünden von Kerzen zwischen Karfreitag und Ostersonntag zu verzichten. Und wir bitten um Verständnis dafür, dass brennende Kerzen in dieser Zeit vom Präsenzdienst oder von den Angestellten der Grabeskirche aus den oben genannten Gründen gelöscht werden. (Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung.)

Ulrike Gresse, Seelsorgerin an der Grabeskirche
Telefon: 02161/2489212