Aus der KirchenZeitung: Das Vorbild St. Elisabeth

Die Grabeskirche wurde 2009 als erste ihrer Art in der Region Mönchengladbach und Heinsberg eröffnet

Grabeskirche St. Elisabeth in Mönchengladbach (c) Erich Jütten
Do 17. Okt 2019
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 42/2019 | Garnet Manecke

Zehn Jahre ist es her, dass die erste Grabeskirche in Mönchengladbach, St. Elisabeth in Eicken, am 1. November 2009 eingeweiht wurde. Die Pläne wurden kritisch beobachtet, die Zweifel waren vor der Umbauphase groß. Heute ist klar: Die älteste Grabeskirche in der Region Heinsberg und Mönchengladbach ist ein Erfolgsmodell und ein Gewinn für die Gemeinde.

Der Schmerz in der Gemeinde war groß als klar wurde, dass St. Elisabeth als Pfarrkirche nicht mehr zu halten war. Sinkende Katholikenzahlen hatten dazu geführt, dass in allen GdGs im Bistum die Gemeindegremien überlegen mussten, welche Immobilien sie noch brauchten. Das Bistum kürzte seine Zuschüsse für Immobilien. Auch die Kirchengebäude waren davon betroffen.

Im Mai 2009 begann der Umbau, fünf Monate später wurde die Kirche eingeweiht
Aber Aufgeben kam für die Verantwortlichen von St. Elisabeth nicht infrage. Weitere Nutzungsmöglichkeiten und Modelle wurden diskutiert – durchaus auch kontrovers. Schließlich bildete sich 2007 der Plan zum Umbau in eine Grabeskirche heraus. Die damals noch eigenständige Gemeinde St. Elisabeth nahm das finanzielle Risiko auf sich. Sie nahm ein hohes Darlehen auf und begann im Mai 2009 den Innenraum umzubauen. Fünf Monate später wurde die „neue“ Kirche vom damaligen Generalvikar Manfred von Holtum eingeweiht.

Bereits während des Umbaus wurden 150 der 2000 Grabstellen verkauft. Dass die Kirche kein trauriger Ort wurde, dass man hier Menschen traf, die sich gegenseitig stützen, dass man hier sogar lachen durfte, überzeugte und begeisterte die Gladbacher schnell. Schon 2014 wurde die Anzahl der Grabstellen um 1000 weitere in der Krypta ergänzt. Inzwischen sind 1600 Grabstellen verkauft.

In Mönchengladbach gibt es mittlerweile vier Grabeskirchen. Dass St. Elisabeth in der Öffentlichkeit so gut angenommen wurde, dürfte ein Grund dafür sein. Das Konzept ist ein Vorbild für viele Gemeinden, die Grabeskirchen planen. Auch aus anderen Bistümern kommen Verantwortliche nach Eicken, um sich darüber zu informieren. Neben der Architektur ist vor allem die Trauerseelsorge an St. Elisabeth ein Erfolgsfaktor. Kern ist die Begleitung Trauernder in Gesprächen und beim Trauercafé. Dazu gibt es Workshops, Vorträge, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen und Lesungen, in denen Sterben, Tod und Trauer auf unterschiedliche Weise thematisiert werden. St. Elisabeth hat gezeigt, dass eine Grabeskirche ein Ort voller Leben ist.

INFO

Konzert zum Jubiläum am 1. November, um 18 Uhr: Der Newkammer-Chor der Gladbacher Singschule ist in der Grabeskirche St. Elisabeth zu Gast. Begleitet wird er vom Orchester der Münstermusik, die Leitung hat KMD Klaus Paulsen. Auf dem Programm steht die „Messe de Requiem“ von Camille Saint-Saens.
Karten: Büro der Grabeskirche, Telefon 02161/2489213 und an der Abendkasse, Preis: 15 Euro